Futter
Den Futterplan zum downloaden
Meerschweinchen Futterplan
Ein kleiner Leitfaden zur richtigen Ernährung von Meerschweinchen

Meerschweinchen sind neuen Futter, Obst und Gemüsesorten gegenüber sehr skeptisch, nach der Regel: Was der Bauer nicht kennt frisst er nicht.
Doch ganz so ausweglos ist die Sache bei unseren Meerschweinchen nicht unbedingt. Denn nach einiger Zeit, siegt meist die Neugier oder bei mehreren Tieren der Futterneid. Sollten Ihre Tiere nicht gleich über das neue Trocken- oder Saftfutter herfallen, geben sie nicht auf. Wir haben immer wieder beobachten können, das selbst Tiere die das neu angebotene Futter erstmals abstießen es später gerne gefressen haben. Wichtig ist immer eine langsame Umstellung auf neue Futtersorten.
Es kann aber dennoch passieren das Ihr Meerschweinchen nur ganz bestimmte Futterzusätze ebenso wie Grün- oder Gemüsesorten mag, wie wir Menschen, haben auch unsere Schweinchen Futtermittel die ihnen lieber sind als andere. Hierbei sollte man nur darauf achten, das dass geliebte Futter nicht zu Energie– und Fetthaltig ist, das trifft zum Beispiel auf Weizen oder Sonnenblumenkerne im Trockenfutter zu. Diese sollte man in solch einem Fall etwas rationieren und an dessen Stelle etwas anderes anbieten.


04150001

... an Grünfutter gespart und die kleinen Nagen bekommen bei der Umstellung leicht Durchfall ...

Sehr wichtig ist bei einem neu erworbenen Tier, das bisher noch kein Grünfutter kennt, es langsam an dieses zu gewöhnen. Leider wird immer noch in manchen Zooläden an Grünfutter gespart und die kleinen Nagen bekommen bei der Umstellung leicht Durchfall. Um dies zu verhindern beginnt man mit sehr kleinen Portionen, zum Beispiel eine viertel Möhre oder eine dünne Spalte Apfel. Mit der Zeit erhöht man die Menge, so dass nach ca. einer Woche normal gefüttert werden kann. Hierbei ist es wichtig das dass Tier immer genügend Heu zu Verfügung hat, um nach der Saftfutteraufnahme Heu aufzunehmen. Dies begünstigt die Verdauung. Um Durchfallerkrankungen vorzubeugen, kann dem Schweinchen Haferflocken (ist aber nicht dringend erforderlich) zu Futter beimischen werden. Das Fressen die Tiere meistens auch sehr gerne, sollten aber nicht dauerhaft verfüttert werden.
Falsche Fütterung führt oft zu Vitaminmangel, dies begünstigt Krankheitsanfälligkeit und Lähmungserscheinungen, die tödlich ausgehen können. Doch durch ein ausgewogenes Futter erhalten sie die Gesundheit Ihres Tieres und beugen Mangelerscheinungen vor.
Wichtig ist das die Tiere das ganze Jahr Vitamin C bekommen, da sie genau wie wir Menschen selbst kein Vitamin C bilden können. Daher sind sie auf die Zufuhr von Vitamin C durch die Nahrung angewiesen. Der Anteil an Grünfutter und Heu sollte ruhig größer sein als die des Trockenfutters.

mausi
...Falsche Fütterung führt oft zu Mangelerscheinungen, dies begünstigt Krankheitsanfälligkeit und Lähmungserscheinungen...

Kraftfutter:
Im Zoofachhandel oder auch in Supermärkten werden Fertigfuttermischungen angeboten. Das sind meist Mischungen aus z.B. : Mais, Hafer, Weizen, Gerste, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Grün- Pellets, Kräuter und Haferflocken. Die Mischungen sind von Hersteller zu Hersteller verschieden. Wichtig beim Kauf von Kraftfutter, je weniger Körner desto besser. Denn Körner wie Sonnenblumenkerne und Weizen weisen ein hohen Fettgehalt auf und können Leberverfettung verursachen. Wir empfehlen Crispy C, Cavia Complete, Cavia Nature, dies ist ein gutes Futter. Kraftfutter wird in einem Futterschälchen welches eine hohe Standfähigkeit besitzt gereicht, da es in wackligen Schalen umkippt und dann im Streu liegend von Urin der Tiere verunreinigt wird.

Raufutter:
Heu oder Stroh ist sogenanntes Raufutter. Heu spielt bei der Ernährung unserer Meeris eine wichtige Rolle und sollte nie ausgehen. Heu bietet unseren Tieren nicht nur die nötigen Ballaststoffe für ihren Verdauungsapparat, sondern begünstigen auch den natürlichen Abrieb der Backenzähne. Heu darf in reichlicher Menge von den Tieren verzehrt werden, da es nicht dick macht.
Heu sollte immer in Raufen angeboten werden, damit die Tiere es nicht durch Urin oder Kot verunreinigen können. Man sollte beim Kauf darauf achten, das dass Heu frisch richt und nicht staubig oder sogar muffig erscheint. Denn von verdorbenem Heu werden die Tiere krank und es besteht auch die Gefahr von Parasiten ( Milben, Haarlinge, Pilz). Das im Handel angebotene Stroh wird meist z.B. bei Freilandtiere als Einstreu verwendet. Aber es wird von einigen Tieren auch gefressen, wobei es nie das Heu auf dem Futterplan ersetzen kann.

heu

Was zum Nagen für die Zähne:
Die Zähne eines Meerschweinchen wachsen ein leben lang, daher müssen diese durch benagen zum Beispiel von harten Hölzern natürlich abgenutzt werden. Bekommen die Tiere nicht genug Nagematerial, so sind Zahnprobleme wie schmerzhafte Zahnspitzen, Brückenbildung oder zu lange Nagezähne die Folge. In allen Fällen ist eine Nahrungsaufnahme für die Tiere entweder schmerzhaft oder durch zu lange Zahne unmöglich, hier kann nur noch ein Gang zum Tierarzt helfen.


Geeignetes Nagematerial sind:
Äste von Birken, Weiden oder Obstbäumen - ruhig mit Blättern reichen, Korkrinde - dient auch als Unterschlupf.


Sydney

Wie schon erwähnt brauchen unsere Meerschweinchen Vitamin C, aber auch andere Vitamine sind lebenswichtig für diese Tiere. Aus diesem Grund ist eine Fütterung von Saft– bzw. Grünfutter unumgänglich. Sehr wichtig hierbei ist, dass die Tiere langsam an das Saftfutter wie Obst, Gemüse oder Kräuter gewöhnt werden. Denn wie vorne in diesem Infoheft beschrieben, können die Tiere bei einer Futterumstellung an Durchfall erkranken. Nachfolgend zählen wir einige Grünfuttermöglichkeiten auf, die an Meerschweinchen verfüttert werden können:

Obstsorten ungespritzt:
Äpfel, Bananen, Kiwi; Erdbeeren, Ananas, Melonen, Mandarinen, Apfelsinen, Trauben, in Maßen auch Birnen “können aber Blähen daher wenig füttern“.

Gemüsesorten ungespritzt:
Frische Maiskolben, Petersilie Vit. C, Salatgurke, Möhren mit Grün, Paprika, Fenchel – gut für die Verdauung, Bio Rote Bete „Urin kann sich rot färben nicht an tragende Tiere verfüttern“ Chicorée, Tomaten, Sellerie, Kohlrabiblätter „können aber Blähen, daher wenig füttern“.

heut
Hängematten im Käfig sind eine willkommende Abwechslung!

Besondere Leckerbissen:
Sie können Ihrem Meerschweinchen auch Blätter von einer Bananenstaude füttern. Die meisten Tiere sind ganz wild darauf. Bananenstauden bekommt man in Gartencentern oder Blumenläden.

Aus der Natur gesammelt:
Futterrüben, Gras, Brennnesseln >im Winter auch getrocknete, Löwenzahn, Gänseblümchen, Spitzwegerich, Liebstöckel, Minze, Vogelmiere, Sonnenblumen „Blüte und Blätter“, Zitronenmelisse, Blätter der Walderdbeere „gut waschen wegen Fuchsbandwurmeiern“, Maisblätter und Pflanzen.
Pflanzen nicht dort Pflücken wo Autos fahren, Hunde gassi geführt werden oder vom Bauer gespritzt wurde.

06160036

Wassergabe:
Meerschweinchen müssen immer die Möglichkeit haben etwas zu trinken, wenn sie viel Grün bekommen Trinken sie weniger als bei Trockenfütterung.
Wasser sollte immer in einer Trinkflasche gegeben werden, Wasser in Schüsseln gereicht verschmutzen sehr schnell.
Zum Wasser können, gerade im Winter Vitamin Tropfen beigefügt werden. So ist der Vitaminbedarf der Tiere immer gedeckt. Im Winter kann man den Tieren auch Tee´s anbieten. Z.B. Hagebuttentee Vit.C , Brennesseltee, Huflattichtee, Lindenblütentee. Gerade Tiere die draußen gehalten werden nehmen das gerne an.

Tipp:
Bei Mandarinen, Apfelsinen kommt es des öfteren vor, dass die Tiere es am Anfang ablehnen. Wenn man aber die Stücke nochmals teilt, so das die Tiere direkt an das Fruchtfleisch kommen, werden sie dann doch von den meisten Tieren gefressen.


Haben sie noch weitere Fragen, können Sie diese unter lilo1@me.com stellen, wir beantworten sie Ihnen gerne.

Zur Zwangsernährung und päppeln findest Du hier Infos:

Zwangsernährung von Meerschweinchen
Hilfe mein Schweinchen frisst nicht!